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Drug Checking

 

Kokain Auswertung 2016

2016 wurden im Drogeninformationszentrum (DIZ) 808 als Kokain deklarierte Proben zur Analyse abgegeben; 188 Proben mehr als 2015. Bei den mobilen Drug-Checkings, welche 2016 in der Stadt Zürich an verschiedenen Partys durchgeführt wurden, sind 79 als Kokain deklarierte Proben abgegeben und analysiert worden. Erstmals werden die Proben des DIZ und des mobilen Drug-Checkings gesamthaft ausgewertet, dies ermöglicht einen breiteren Überblick über die in den Drug-Checking Angeboten der Stadt Zürich analysierten Substanzen. Diese Ergebnisse sind nicht repräsentativ für den gesamten Substanzmarkt der Stadt Zürich.

Risikoeinschätzung
Neben den bekannten Nebenwirkungen und dem psychischen Abhängigkeitspotential von Kokain bedeutet das nach wie vor häufige Auftreten von Levamisol als pharmakologisch wirksames Streckmittel, vor allem für regelmässig Konsumierende, ein schwer abschätzbares Gesundheitsrisiko. Dabei handelt es sich weniger um akute Nebenwirkungen, sondern v.a. um Langzeitfolgen wie beispielsweise eine Schwächung des Immunsystems. Dabei fällt auf, dass oft auch Proben mit hohem Kokaingehalt Levamisol enthielten. Neben Levamisol stellt der stark schwankende Kokaingehalt ein oft unterschätztes Konsumrisiko dar. Je höher der Kokaingehalt, desto grösser die Gefahr einer Überdosierung. Hochdosiertes Kokain stellt eine starke Belastung für den Herz-Kreislauf dar und kann unter gewissen Umständen und körperlichen Voraussetzungen einen Herzinfarkt auslösen. Kokain Safer Use

Kokaingehalt 2016
Grafik 1 stellt die Kokain*HCl1-Werte von 2007 – 2016 dar. Der durchschnittliche Kokaingehalt der im DIZ und bei den mobilen Drug-Checking getesteten Proben betrug 2016 76.7 % Kokain*HCl. Im Vergleich zum Vorjahr ist eine Zunahme von 5 %2 festzustellen. Der Kokaingehalt der analysierten Proben variierte stark und lag zwischen 7.8 % und 98.5 % Kokain*HCl. Bei den im DIZ getesteten Proben lag der durchschnittliche Kokaingehalt bei 77.8 %, bei den mobilen Drug-Checkings bei 65.2 %.

 

1 Kokain liegt in Pulverform ausschliesslich als Salz (Hydrochlorid) vor.
2 Die Differenzen im Vergleich zum Vorjahr werden im Folgenden jeweils in Klammern angegeben.

Pharmakologisch wirksame Streckmittel 2016

Bei Kokain handelt es sich meistens um ein Gemisch aus Kokain und einem oder mehreren Streckmitteln. Ein Teil dieser Streckmittel ist nicht pharmakologisch wirksam (z. B. Laktose, Stärke, Zellulose). Diese haben keine zusätzlichen psychischen und/oder physischen Auswirkungen bei der Konsumation. Häufig werden die Streckmittel jedoch so gewählt, dass ein höherer Kokaingehalt vorgetäuscht und/ oder eine Wirkungsverstärkung/ -verlängerung hervorgerufen wird. Dass dabei Strychnin oder Rattengift als Streckmittel benutzt werden, lässt sich aus unseren Analyseergebnissen nicht bestätigen, es handelt sich dabei wohl eher um einen Mythos.

2016 waren 55.1 % aller Kokainproben, welche im DIZ und an den mobilen Drug-Checkings zur Analyse abgegeben wurden, mit mindestens einer pharmakologisch wirksamen Substanz gestreckt (n=489). Im Vergleich zum Vorjahr ist der Anteil an Kokainproben, welche pharmakologisch wirksame Streckmittel enthielten, um 23.3 % zurückgegangen. Am Häufigsten wurde, wie bereits 2015, Levamisol (47.9 % der Proben) und Phenacetin (9.0 %) beigemischt. Weitere gängige Streckmittel waren Lokalanästhetika und Koffein.

In einzelnen Proben wurden bis zu sechs verschiedene pharmakologisch wirksame Streckmittel analysiert. Am häufigsten enthielten die Proben ein (44.0 %) oder zwei (6.0 %) pharmakologisch wirksame Streckmittel. 5.1 % der Proben enthielten drei bis sechs pharmakologisch wirksame Streckmittel.

Im Folgenden werden die häufigsten im Jahr 2016 analysierten pharmakologisch wirksamen Streckmittel in Kokain und deren Risiken und Wirkungsbeeinflussung beschrieben.

 

Grafik 1

Kokainproben gruppiert nach dem Kokaingehalt in %, 2007 – 2016 (N=3‘425)

Tabelle 1: Vergleich mobiles Drug-Checking und DIZ

Vergleich Kokaingehalt und unerwartete Streckmittel im DIZ und bei mobilen Drug-Checking 2016

Auf Tabelle 1 werden einige Eckdaten der beiden Drug-Checking Angebote gegenübergestellt. Damit können, wo vorhanden, angebotsspezifische Unterschiede verdeutlicht werden.

Grafik 2

Streckmittel in analysierten Kokainproben, 2007 – 2016 (N=3`425)